COMET: Konjunkturbedingter Nachfragerückgang und hohe Restrukturierungskosten führen zu deutlichem Verlust im ersten Halbjahr 2009

Das Halbjahresergebnis der COMET Gruppe spiegelt den weltweiten Konjunkturrückgang in den Absatzmärkten wider. Die weltweit führende Herstellerin von Komponenten und Systemen für zerstörungsfreie Materialprüfung, Sicherheit und Semiconductor, verbuchte einen Umsatzrückgang von 36% verglichen zum starken ersten Halbjahr 2008 und ein Betriebsergebnis (EBIT) von -12.9 Mio. CHF nach hohen, einmaligen Sonderaufwendungen von insgesamt 6.1 Mio. CHF. Dank der frühzeitig ergriffenen Massnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung zeigen sich erste positive Effekte, welche im zweiten Halbjahr 2009 verstärkt wirksam werden. So zeigte bereits das erste Halbjahr einen positiven Free-Cash-Flow von 1.1 Mio. CHF. Das Unternehmen weist weiterhin eine solide Bilanz auf.


Im ersten Halbjahr verspürte die COMET Gruppe wie erwartet einen deutlichen Rückgang der Nachfrage in ihren Schlüsselmärkten. Dies hat sich auf Umsatz und Ergebnis deutlich ausgewirkt. Der konsolidierte Nettoumsatz betrug 70.2 Mio. CHF im ersten Halbjahr 2009 und reduzierte sich damit um rund 36% gegenüber der starken Vorjahresperiode, wobei die Währungseffekte insgesamt vernachlässigbar sind. Mit Abstand am stärksten betroffen waren die Märkte Semiconductor und Solar, aber auch die Investitionen in anderen Industrien wie zum Beispiel der Automobilin-dustrie verliefen auf deutlich niedrigerem Niveau. Mit einem Umsatzrückgang von je rund 40% waren von den grossen Regionen die USA und Asien am stärksten betroffen. 

Das operative Ergebnis (EBIT) betrug -12.9 Mio. CHF (Vorjahr: 4.1 Mio. CHF) und wurde einer-seits durch den konjunkturbedingten Nachfragerückgang, zu einem grossen Teil jedoch auch durch restrukturierungsbedingte Einmalkosten von 4.0 Mio. CHF und Abschreibungen aus der Einstellung der Minitube-Aktivitäten von 2.1 Mio. CHF belastet. Auf Stufe EBITDA lag das Ergeb-nis vor Sonderaufwendungen bei -0.8 Mio. CHF, nach Sonderaufwendungen bei -5.7 Mio. CHF (Vorjahr: 10.9 Mio. CHF). 

Trotz des schwierigen Halbjahres verzeichnete COMET bei fortgesetzter Investitionstätigkeit einen positiven Free-Cash-Flow von 1.1 Mio. CHF und weist mit 21.4 Mio. CHF eine solide Liquidität aus. Die Eigenkapitalquote blieb mit 50.0% praktisch auf Vorjahresniveau (50.7%). Die eingeleitete Anpassung der Kapazitäten und Strukturen verläuft wie geplant und wird im zweiten Halbjahr 2009 verstärkt Wirkung zeigen. Insgesamt wird mit diesen Massnahmen die annualisierte Basis der Personal- und Sachkosten um 9 bis 10 Mio. CHF reduziert
 
Mit Beginn 2009 wurde die Geschäftsverantwortung für die Entwicklung und Produktion von Hochspannungs-Röntgengeneratoren von der Division Systems in die Division Modules & Components transferiert, so dass für die Segmentvergleiche im Folgenden für 2008 „Pro-forma“-Zahlen zugrunde gelegt werden.
 

Division Modules & Components 

Die Division Modules & Components verzeichnete einen Umsatz von 35.5 Mio. CHF. Währungsbereinigt entspricht dies einem Rückgang von 39.8%. Der Gewinn auf Stufe EBITDA betrug 1.6 Mio. CHF vor Sonderaufwendungen von 3.4 Mio. CHF, von denen 1.0 Mio. CHF aus der Einstellung der Minitube-Aktivitäten und 1.3 Mio. CHF aus der Verlagerung des Generatorengeschäfts resultieren (Vorjahr: 7.8 Mio. CHF). Die beiden Produktbereiche der Division Modules & Components zeigten dabei zunächst eine sehr unterschiedliche Entwicklung: 

Industrial X-Ray bekam den Konjunktureinbruch bisher weitaus weniger stark zu spüren als Vacuum Capacitors, doch konnte auch hier der Umsatz mit CHF 25.9 Mio. aufgrund der konjunkturbedingten Rückgänge im Bereich der zerstörungsfreien Materialprüfung nicht an das Vorjahresniveau (30.4 Mio. CHF) anknüpfen (-17.9% währungsbereinigt). Allein das Marktsegment Security zeigte ein geringes Wachstum. Mit der Verlagerung der Generatorenaktivitäten vom Standort Hamburg in die Schweiz wurde eine wichtige Weiche gestellt für die offensive Weiterentwicklung der Röntgenröhre zur integrierten Röntgenquelle und damit für die Realisierung eines vielversprechenden Zukunftspotentials. Aufgrund des gegen Ende des 2. Quartals nachlassenden Auftragseingangs ist allerdings von einer leichten Abschwächung über die nächsten Monate auszu-gehen.
 
Vacuum Capacitors spiegelt mit 9.6 Mio. CHF Umsatz (Vorjahr 26.5 Mio. CHF) den deutlichen Nachfrageeinbruch im Semiconductor- und Solarmarkt wider (währungsbereinigt -64.9%), der im ersten Halbjahr 2009 sein volles Ausmass erreichte. COMET hat insbesondere in diesem Bereich frühzeitig die erforderlichen Massnahmen zur Reduzierung der Kosten getroffen. Dennoch hat Vacuum Capacitors seine Vorwärtsstrategie im Bereich der RF-Module sowie die Entwicklung eines Kondensators für den Solarmarkt weiter voran getrieben und sieht sich so für den nächsten Aufschwung gerüstet. Erste Indikatoren lassen inzwischen auf ein Anziehen des Seminconduc-tormarktes schliessen.


Division Systems 

Die nachlassende Nachfrage in allen relevanten Industrien, allen voran der Automobilindustrie prägt das Halbjahresergebnis der Division Systems. Der Umsatz ging mit 43.4 Mio. CHF um 31.6% gegenüber Vorjahr zurück, bereinigt um Währungseffekte betrug der Rückgang 29.7%. Die stärksten Einbrüche verzeichnete die Division insbesondere in Amerika und Asien. Mit Ausnahme der Customer Solutions im Bereich der CT-Systeme waren alle Produktgruppen vom Umsatzrückgang betroffen. Auf Stufe EBITDA verzeichnete die Division Systems einen Verlust von 3.0 Mio. CHF vor Restrukturierungskosten von 2.6 Mio. CHF. Die Restrukturierungskosten ergeben sich grösstenteils aus der Verlagerung der Feinfokusaktivitäten von Garbsen nach Hamburg, die gegen Ende des Jahres vollzogen sein wird. Jüngste Trends weisen auf eine Erholung in den Märkten China und Japan im Verlauf des zweiten Halbjahres hin.


Ausblick 

Je nach Absatzmarkt differieren die Aussichten. Während die Entwicklung im Bereich Automobil aufgrund der anhaltenden Rezession eher verhalten ist, deuten erste Anzeichen auf den Beginn einer leichten Erholung im Semiconductor- und Solarmarkt. Insgesamt erwartet COMET, dass gegen Ende 2009 die Talsohle in allen Absatzmärkten durchschritten wird.
Aufgrund der verkürzten Visibilität ist die Umsatzentwicklung im 2. Halbjahr noch unsicher. Zumindest lässt der momentane Auftragseingang keine kurzfristige Erholung erwarten. Chancen im Bereich Semiconductor und Solar stehen Risiken im Bereich der zerstörungsfreien Materialprüfung gegenüber. COMET erwartet, dass der Umsatz in der zweiten Jahreshälfte auf dem Niveau des ersten Halbjahres liegen wird und keine nennenswerten Einmalkosten für Restrukturierungen und Personalmassnahmen mehr ausgewiesen werden müssen. Zudem werden die im ersten Halbjahr eingeleiteten Kosten senkenden Massnahmen verstärkt greifen und voraussichtlich einen Gewinn auf Stufe EBITDA im zweiten Halbjahr ermöglichen. 

Die COMET sieht sich trotz der derzeitigen Absatzkrise mit den Wachstums-Initiativen in den Bereichen RF-Module für Semiconductor und Solar, e-beam und Hochspannungs-Röntgenmodule weiterhin gut positioniert für die Erschliessung neuer Märkte und den Gewinn höherer Marktanteile.